Europäisches Parlament verleiht Sacharow-Preis an Internationalen Strafgerichtshof vor dem Hintergrund von US-Sanktionen
Das Europäische Parlament hat seinen Sacharow-Preis für Menschenrechte 2026 an den Internationalen Strafgerichtshof vergeben, kurz nachdem die Trump-Regierung Sanktionen gegen das Gericht angekündigt hatte.
Das Europäische Parlament hat seinen Sacharow-Preis 2026, die höchste Menschenrechtsauszeichnung der EU, an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) verliehen. Das berichten die DW, France 24, Reuters, AP, die South China Morning Post (SCMP), Le Monde und die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, gab die Auszeichnung am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, bekannt, wie DW und SCMP berichteten. Laut AP und Anadolu gilt der Preis dem Gericht und den dort tätigen Bediensteten.
Die Auszeichnung erfolgte kurz nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen den IStGH angekündigt hatte. AP beschrieb den Zeitpunkt als „nur wenige Tage“ nach der Ankündigung. France 24 sprach von einem Zeitraum innerhalb von zwei Wochen. Laut France 24 schneiden die Sanktionen das Gericht von in den USA ansässigen Finanzdienstleistungen, von Technologieunternehmen und von der Nutzung des US-Dollars ab. Washington berief sich laut DW auf das, was es als politische Voreingenommenheit bezeichnete. Der IStGH hat einen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erlassen, wie DW und France 24 berichteten.
Die DW zitierte Metsola mit den Worten: „Dieser Preis würdigt die wichtige Arbeit des Gerichtshofs bei der Wahrung des Völkerrechts und der Gerechtigkeit.“ IStGH-Präsidentin Tomoko Akane begrüßte die Auszeichnung. Die DW zitierte sie mit den Worten: „Diese Auszeichnung kommt zu einer Zeit, in der der Gerichtshof und seine Bediensteten vor beispiellosen Herausforderungen stehen, darunter Sanktionen, die darauf abzielen, das richterliche Mandat des Gerichtshofs zu stören.“
Die anderen Finalisten waren Tundu Lissu aus Tansania sowie die iranischen Zwillingsschwestern Taraneh und Romina Rahimi, die laut DW und France 24 alle inhaftiert sind. Die DW berichtete, dass die Preisverleihung im Dezember stattfinden wird.
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