Kaliforniens Gouverneur Newsom kündigt Umwandlung aller 548 Todesurteile in lebenslange Haft ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung an
Gouverneur Gavin Newsom erklärte in einem Brief, alle 548 Menschen im kalifornischen Todestrakt würden lebenslange Haft ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung erhalten. Zumindest einige Fälle benötigen jedoch die Zustimmung des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat am Donnerstag, dem 5. November 2026, die Umwandlung aller Todesurteile im Bundesstaat angekündigt. Die Ankündigung betrifft 548 Menschen im kalifornischen Todestrakt. Die Ersatzstrafe ist lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.
Newsom machte die Ankündigung in einem Brief an alle Kalifornier. „Ich werde daher jeder zum Tode verurteilten Person dieselbe Umwandlung gewähren – lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung, die härteste Strafe, die ich rechtmäßig verhängen und die der Staat Kalifornien ethisch vertretbar vollstrecken kann. Diese Straftäter werden im Gefängnis sterben, aber nicht durch unsere Hand“, schrieb er, wie Daily Sabah zitierte.
Zumindest einige der Umwandlungen bedürfen der Zustimmung des Obersten Gerichtshofs von Kalifornien. Die Verfassung des Bundesstaates schreibt die Zustimmung des Gerichts vor, wenn jemandem Gnade gewährt werden soll, der mehr als einmal wegen eines Verbrechens verurteilt wurde.
Newsom verhängte 2019 ein Moratorium für Hinrichtungen. Kalifornien hat seit etwa zwei Jahrzehnten keine Hinrichtung mehr vollzogen, die BBC nennt 2006 als Jahr der letzten. Die Wähler lehnten 2016 eine Abstimmungsvorlage zur Abschaffung der Todesstrafe ab. Newsom befindet sich in der letzten Phase seiner Amtszeit und kann nicht für eine weitere Amtszeit als Gouverneur kandidieren.
Die Ankündigung folgt auf die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee im September.
Kalifornien hat laut Reuters und der South China Morning Post den größten Todestrakt der westlichen Hemisphäre.
Was umstritten ist
- Status: Die BBC berichtet, Newsom habe die Strafen umgewandelt. Andere Medien, darunter Reuters und AP, berichten, er werde oder wolle dies tun. Aus den Berichten geht nicht hervor, ob die Umwandlungen bereits formell erlassen wurden oder wann sie in Kraft treten würden.
- Zustimmung des Gerichts: Die DW berichtet unter Berufung auf Zahlen aus Newsoms Büro, dass 382 Fälle, rund 70 %, der Zustimmung bedürfen. Die BBC berichtet unter Berufung auf CalMatters, mindestens vier der sieben Richter müssten „die Umwandlungen“ billigen, und nennt keine Teilmenge.
Was die Seiten sagen
Newsom schrieb laut DW, „staatlich sanktioniertes Töten ist mit den Werten Kaliforniens unvereinbar, untergräbt die Grundlagen unseres Rechtssystems und mindert jeden von uns“. Er sagte zudem, die Entscheidung werde einige Kalifornier verärgern und verletzen.
Die DW zitierte Anthony Romero, Geschäftsführer der American Civil Liberties Union, mit den Worten: „Diese Umwandlungen spiegeln wider, was die Gerechtigkeit verlangt: das Ende einer rassistischen, fehleranfälligen und unmenschlichen Strafe, die Kalifornien viel zu lange belastet hat.“
Nathan Hochman, der oberste Staatsanwalt im Los Angeles County, sagt, Newsom könne Strafen umwandeln, aber nur die Legislative oder die Wähler könnten die Todesstrafe abschaffen. „Die Kalifornier wurden in zwei getrennten Volksabstimmungsinitiativen aufgefordert, die Todesstrafe abzuschaffen, und beide Male haben sie sich dafür entschieden, sie für die schwersten Verbrechen beizubehalten“, sagte er in einer von der BBC zitierten Erklärung.
Die Berichte enthalten keine Reaktionen von Angehörigen der Opfer, keinen Zeitplan für die Prüfung durch das Gericht und keine Stellungnahme des Gerichts.
Analyse
Die Rolle des Obersten Gerichtshofs von Kalifornien ist die wichtigste offene Frage. Seine Prüfung könnte darüber entscheiden, wie viele der Umwandlungen umgesetzt werden, und die Berichte beschreiben nicht, was mit den Häftlingen geschehen würde, wenn die Zustimmung verweigert würde. Der Streit wirft zudem eine grundsätzlichere Frage nach dem Gleichgewicht zwischen dem Begnadigungsrecht eines Gouverneurs und den Entscheidungen der Wähler an der Urne auf. Die BBC bezeichnet die Entscheidung wegen der langen Hinrichtungspause als weitgehend symbolisch, während ungenannte Experten sagen, sie könnte jedes Jahr Gerichtskosten in Millionenhöhe einsparen. Die Grundlage für diese Schätzung wird nicht genannt.
Wie wir das geprüft haben9 Quellen · 32/32 Aussagen gestützt · 3 KI-Prüfer
Quellen (9): BBC News · Deutsche Welle · France 24 · Anadolu Agency · Daily Sabah · South China Morning Post · Le Monde (English) · Reuters · Associated Press
Unabhängige Ursprünge: 4 · Perspektiven: Asien; Türkische Staatsmedien; Türkische regierungsnahe Medien; Westliche Nachrichtenagenturen; Westlich, Mitte-links; Westliche öffentliche Medien · Regionen: Asien, Europa, Global, Naher Osten
Prüfgremium: Claude, GPT-5.6 Sol, Kimi · Ergebnis: freigegeben. 32 Aussagen geprüft; 32 (100 %) von mindestens zwei Prüfern mit geprüftem Beleg gestützt. Überschrift von 3 der 3 Prüfer gestützt.
Abweichungen: keine. Jeder Prüfer hat alle geprüften Aussagen gestützt.
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