UN-Generalversammlung fordert erneut Ende des US-Embargos gegen Kuba, mit geringerer Unterstützung
Die UN-Generalversammlung hat ihre jährliche, nicht bindende Resolution gegen das US-Embargo gegen Kuba mit 130 zu 17 Stimmen bei 25 Enthaltungen angenommen. Die Zustimmung fiel damit geringer aus als im Vorjahr, nach einer Kampagne der USA, um Länder umzustimmen.
Die UN-Generalversammlung hat am Mittwoch eine Resolution angenommen, die ein Ende des US-Wirtschaftsembargos gegen Kuba fordert. Das Ergebnis: 130 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen.
Es war das 34. Mal, dass die Versammlung ein Ende des Embargos forderte. Die Resolution wird von Kuba eingebracht und seit 1992 jedes Jahr zur Abstimmung gestellt. Sie ist rechtlich nicht bindend.
Die Unterstützung ging im Vergleich zum Vorjahr zurück. Damals war die Resolution mit 165 zu 7 Stimmen bei 12 Enthaltungen angenommen worden. Deutschland und Italien enthielten sich, nachdem sie zuvor dafür gestimmt hatten. Einige Länder stimmten erstmals dagegen oder enthielten sich, nach einer Kampagne der USA zur Beeinflussung des Ergebnisses.
Laut Al Jazeera gehörten die USA und Israel zu den 17 Ländern, die dagegen stimmten. Die South China Morning Post berichtete, Lettland habe zu den westlichen Ländern gehört, die zum ersten Mal seit 34 Jahren nicht dafür stimmten. UN News bezeichnete die diesjährige Unterstützung als die schwächste seit zwei Jahrzehnten. Laut UN News erreichte die Unterstützung 2015 und 2017 mit 191 Stimmen ihren Höchststand.
Eine angespannte Debatte
Am Dienstag schrien sich Vertreter der USA und Kubas während der Debatte gegenseitig an. Laut The Hindu ging der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez während einer Rede des US-Botschafters Mike Waltz zum Rednerpult und verlangte, dass sie gestoppt werde. The Hindu zitierte Waltz mit den Worten: „Dies sind die Vereinten Nationen. Dies ist nicht Ihre kommunistische Diktatur. Sie können mich nicht zum Schweigen bringen.“ Rodriguez zitierte die Zeitung mit den Worten: „Sie sind ein Lügner!“ Der Vorsitz unterbrach die Sitzung kurzzeitig, berichtete The Hindu. Al Jazeera beschrieb, was offenbar ein Gerangel war. Die Berichte beschreiben nicht im Detail, ob und welcher Körperkontakt stattfand.
Laut Al Jazeera sagte Waltz am Mittwoch, Richard Tur de la Concepcion, ein Erster Sekretär der kubanischen UN-Vertretung, werde wegen „tätlichen Angriffs auf einen amerikanischen Diplomaten“ aus den USA ausgewiesen. Die Berichte enthalten keine kubanische Reaktion.
Die Abstimmung fand statt, während die USA zusätzlichen wirtschaftlichen Druck auf Kuba ausüben, darunter Beschränkungen für Treibstoff- und Öllieferungen. UN News berichtete, diese hätten eine schwere Energiekrise auf der Insel verschärft.
Was umstritten ist
Die beiden Regierungen sind uneins darüber, ob eine Blockade besteht und worauf die Notlage Kubas zurückzuführen ist. Kuba wirft den USA zudem vor, Länder unter Druck gesetzt zu haben, ihr Abstimmungsverhalten zu ändern. US-Vertreter führten die Verschiebung auf Diplomatie zurück, ohne direkt auf diese Vorwürfe einzugehen.
Was beide Seiten sagen
Waltz sagte, der Anstieg der Enthaltungen zeige, dass der Vorstoß der USA wirke. „Diplomatie braucht Zeit, aber nachdem sich die Zahl der Länder, die ihre Position geändert haben, nun verdreifacht hat, erwarten wir, dass sie nur weiter zunimmt“, sagte er laut Al Jazeera. UN News zitierte ihn mit den Worten: „Es gibt keine Blockade.“ Er machte die kubanische Regierung für die Probleme der Insel verantwortlich.
Laut Al Jazeera warfen kubanische Regierungsvertreter den USA vor, Ländern mit Zöllen, Visabeschränkungen und anderen Strafmaßnahmen gedroht zu haben, falls sie für eine Verurteilung des Embargos stimmten. The Hindu berichtete, Kuba habe Washington eine „beispiellose“ Druckkampagne vorgeworfen, um Länder dazu zu bewegen, sich gegen die Resolution zu stellen. Die Berichte enthalten keine Reaktion der USA auf diese Vorwürfe. UN News zitierte Rodriguez mit den Worten: „Kuba ist keine Bedrohung, die Blockade ist es.“
Analyse
Die Resolution bleibt nicht bindend, daher ändert die Abstimmung nichts an der US-Politik. Ihr Gewicht ist vor allem diplomatischer Natur. Der Rückgang von 165 auf 130 Ja-Stimmen deutet darauf hin, dass einige Regierungen ihre Position neu bewertet haben. Die von Vocemundi ausgewerteten Berichte erläutern jedoch nicht die Gründe der einzelnen Länder. Eine mögliche Lesart ist, dass der Druck der USA das Abstimmungsverhalten verändert. Eine andere ist, dass die Verschiebungen eigenständige nationale Erwägungen widerspiegeln. Die Ausweisung eines kubanischen Diplomaten und die Treibstoffbeschränkungen könnten die Beziehungen zusätzlich belasten. Die Abstimmung im kommenden Jahr könnte zeigen, ob die diesjährige Verschiebung ein dauerhafter Trend oder eine Veränderung nur in diesem Jahr ist.
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Quellen (7): Al Jazeera · Anadolu Agency · South China Morning Post · The Hindu · UN News · Reuters · Associated Press
Unabhängige Ursprünge: 5 · Perspektiven: Asien; Naher Osten; Multilateral (UNO, WHO); Türkische Staatsmedien; Westliche Nachrichtenagenturen · Regionen: Asien, Global, Naher Osten
Prüfgremium: Claude, GPT-5.6 Sol, Kimi · Ergebnis: freigegeben. 38 Aussagen geprüft; 38 (100 %) von mindestens zwei Prüfern mit geprüftem Beleg gestützt. Überschrift von 3 der 3 Prüfer gestützt.
Abweichungen: keine. Jeder Prüfer hat alle geprüften Aussagen gestützt.
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