UN-Sicherheitsrat verlängert Westsahara-Mission nach russischem Veto gegen US-Entwurf nicht
Russland legte ein Veto gegen einen von den USA eingebrachten Resolutionsentwurf zur UN-Mission in Westsahara ein. Ein konkurrierender russischer Entwurf wurde nicht angenommen. Das Mandat der MINURSO bleibt damit unverlängert.
Der UN-Sicherheitsrat hat es am Freitag nicht geschafft, das Mandat der Mission der Vereinten Nationen für das Referendum in Westsahara (MINURSO) zu verlängern.
Der Rat stimmte über zwei konkurrierende Resolutionsentwürfe ab. Einen Entwurf hatten die Vereinigten Staaten verfasst, den anderen Russland.
Russland legte ein Veto gegen den US-Entwurf ein, der 11 Ja-Stimmen erhalten hatte. Der US-Entwurf hätte das Mandat der Mission erheblich verändert.
Der russische Entwurf sah vor, das Mandat um ein Jahr zu verlängern, ohne seine Bedingungen zu ändern. Die Vereinigten Staaten stimmten dagegen, und der Entwurf wurde nicht angenommen.
Die MINURSO wurde 1991 eingerichtet. Im selben Jahr wurde ein Waffenstillstand zwischen Marokko und der Polisario-Front vereinbart, die die Unabhängigkeit der Westsahara anstrebt.
Worum es bei den Entwürfen und Abstimmungen ging
Nach Angaben der Deutschen Welle (DW) fanden die Abstimmungen einen Tag vor dem geplanten Ablauf des Mandats statt. Die DW berichtete, der US-Entwurf hätte das Mandat um ein Jahr verlängert, den Autonomieplan Marokkos zur einzigen Verhandlungsgrundlage gemacht und die militärische Komponente der Mission gekürzt. Zudem hätte er die Mission in MINUSO umbenannt. Das weggefallene „R“ steht für ein Referendum über die Selbstbestimmung des Gebiets.
Laut DW enthielten sich drei Ratsmitglieder beim US-Entwurf der Stimme. China enthielt sich nach Angaben seines UN-Botschafters Fu Cong der Stimme, wie CGTN berichtete. CGTN berichtete, der russische Entwurf habe drei Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und 11 Enthaltungen erhalten und damit die für eine Annahme nötigen neun Stimmen verfehlt.
Laut DW hatte der Rat im vergangenen Jahr den marokkanischen Autonomievorschlag als „praktikabelste“ Lösung unterstützt. Die DW berichtete zudem, dass Algerien die Polisario-Front unterstützt. Laut CGTN kontrolliert Marokko den größten Teil der Westsahara, seit Mauretanien im August 1979 seine Ansprüche aufgab.
Was umstritten ist
Die DW berichtete, die Vereinigten Staaten hätten ein Veto gegen den russischen Entwurf eingelegt und die beiden Länder hätten „gegenseitig ihre Resolutionsentwürfe per Veto blockiert“. CGTN berichtete, der Entwurf sei gescheitert, weil ihm neun Ja-Stimmen fehlten, wobei die Vereinigten Staaten die eine Gegenstimme abgaben. Die von Vocemundi ausgewerteten Berichte enthalten nicht das offizielle UN-Protokoll der beiden Abstimmungen.
Was die Beteiligten sagen
- Russland: Die DW zitierte Botschafter Wassili Nebensja mit den Worten: „Wir betonen, dass der Sicherheitsrat Fragen der Souveränität nicht automatisch vorab entscheiden kann.“ Er fügte hinzu: „Der Sicherheitsrat darf einem solchen einseitigen Ansatz nicht seinen Segen geben. Deshalb waren wir gezwungen, die Annahme des Entwurfs zu blockieren.“
- Vereinigte Staaten: Die DW zitierte Botschafter Michael Waltz mit den Worten: „Leider haben einige Mitglieder dieses Rates ihr Veto eingesetzt, um den Buchstaben ‚R‘ für Referendum im Namen der Mission zu erhalten, obwohl die Vereinten Nationen seit Jahrzehnten keine Vorbereitungen für eine solche Abstimmung treffen.“
- China: Laut CGTN bedauerte Fu Cong, dass die USA trotz großer Differenzen unter den Mitgliedern auf eine Abstimmung gedrängt hätten. Er sagte, die MINURSO habe dazu beigetragen, Stabilität zu wahren und Zivilisten zu schützen, und China unterstütze eine Verlängerung um ein Jahr.
- Marokko: Laut DW begrüßte der Königspalast das Ergebnis und erklärte, es „sollte das Ende der Befassung des Sicherheitsrats und die Streichung dieses Themas von seiner Tagesordnung markieren“.
- Polisario-Front: Laut DW dankte der UN-Vertreter Sidi Omar Russland und sagte, der US-Entwurf „hätte die freie Ausübung des unveräußerlichen Rechts des sahrauischen Volkes auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit untergraben“.
Die Berichte beschreiben nicht, was nun mit dem Personal und den Einsätzen der MINURSO geschieht oder ob der Rat eine weitere Abstimmung plant. Reaktionen Algeriens oder des UN-Generalsekretärs enthalten sie nicht.
Analyse
Das Ergebnis lässt eine seit Langem bestehende UN-Mission ohne verlängertes Mandat zurück, zumindest nach den verfügbaren Berichten. Die Parteien deuten dies unterschiedlich. Marokko stellt es als Grund dar, dass sich der Rat zurückzieht. Die Polisario-Front sieht darin den Schutz des Referendumsprinzips. Ein mögliches Szenario sind erneute Verhandlungen über einen Kompromisstext. Ein anderes ist ein längerer Zeitraum ohne Mandat, mit ungewissen Folgen für die Überwachung des Waffenstillstands, zu deren Unterstützung die Mission geschaffen wurde. Viel könnte davon abhängen, wie die Ratsmitglieder Stabilitätsbedenken gegen unterschiedliche Auffassungen zum endgültigen Status des Gebiets abwägen. Die ausgewerteten Berichte geben keinen Hinweis darauf, welcher Weg wahrscheinlich ist.
Wie wir das geprüft haben3 Quellen · 35/35 Aussagen gestützt · 3 KI-Prüfer
Quellen (3): Deutsche Welle · Anadolu Agency · CGTN
Unabhängige Ursprünge: 3 · Perspektiven: Chinesische Staatsmedien; Türkische Staatsmedien; Westliche öffentliche Medien · Regionen: Asien, Europa, Naher Osten
Prüfgremium: Claude, GPT-5.6 Sol, Kimi · Ergebnis: freigegeben. 35 Aussagen geprüft; 35 (100 %) von mindestens zwei Prüfern mit geprüftem Beleg gestützt. Überschrift von 3 der 3 Prüfer gestützt.
Abweichungen: keine. Jeder Prüfer hat alle geprüften Aussagen gestützt.
Bestätigt 8 · Berichtet 9 · Umstritten 1 · Verlässlichkeit: mittel
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