Macklemore startet „Free Palestine“-Tour in Dublin, Wochen nach Ausschluss von Ed Sheerans Tour
Der US-Rapper spielte ein ausverkauftes Konzert in der Dubliner 3Arena mit Gästen wie Hozier und Kneecap, Wochen nachdem er wegen propalästinensischer Äußerungen auf der Bühne aus Ed Sheerans Loop Tour gestrichen worden war.
Der US-Rapper Macklemore, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, hat seine Free-Palestine-Tour mit einem ausverkauften Konzert in der 3Arena in Dublin begonnen. BBC News bezifferte die Zuschauerzahl auf bis zu 13.000. Euronews nannte 13.000. Beide Medien beschreiben das Konzert als gerade erst zu Ende gegangen.
Macklemore hatte „viele unglaubliche Überraschungsgäste“ angekündigt. Hozier, Kneecap und die Folkband Beoga traten auf. Beoga war auch bei Sheerans Tour aufgetreten. Laut Euronews traten zudem die palästinensische Sängerin Lina Makhoul und die palästinensisch-amerikanische DJ Habibeats auf, der Schauspieler Mark Ruffalo war per Video zugeschaltet, und Macklemore schwenkte während eines Großteils seines Auftritts eine palästinensische Flagge.
Euronews zitierte Macklemore mit den Worten auf der Bühne: „Ich bin stolz, hier auf der Bühne in Solidarität mit dem palästinensischen Volk zu stehen. Wir werden bis zu unserem letzten Atemzug für die kollektive Befreiung kämpfen.“
Er soll am Donnerstag in Paris und am Freitag in London auftreten. Laut Euronews sind die Termine der 29. Oktober in der Accor Arena und der 30. Oktober in der OVO Arena Wembley.
Ausschluss von Sheerans Tour
Macklemore wurde im vergangenen Monat aus Ed Sheerans Loop Tour gestrichen, nachdem er sich auf der Bühne propalästinensisch geäußert hatte. Laut BBC News begann die Kontroverse Anfang September bei einem Konzert in New Jersey, wo er als Vorgruppe von Sheeran „Free Palestine“ sagte. BBC News berichtete, er habe bei zwei Konzerten „free Palestine“ gesagt und politische Reden gehalten, unter anderem habe er die Zahl der Todesopfer des israelischen Militäreinsatzes in Gaza als Völkermord bezeichnet. Wenige Tage später kündigte er die neue Tour an.
Laut BBC News wurde er am 14. September aus der Tour genommen. BBC News berichtete zudem, dass jüdische Gruppen ihn kritisierten. Die Berichte nennen diese Gruppen nicht. Nach Angaben von BBC News zogen sich nach ersten Äußerungen Sheerans alle Vorgruppen der Tour aus Solidarität mit Macklemore zurück.
Macklemore zufolge gehen die Einnahmen an Organisationen, die Palästinenser unterstützen. Euronews führt 12 Begünstigte auf, darunter Medical Aid for Palestinians, Jewish Voice for Peace und UNRWA USA. Die Berichte nennen nicht, wie viel Geld bisher eingenommen wurde.
Was umstritten ist
Die Darstellungen darüber, wer über seinen Ausschluss entschied, gehen auseinander. Laut BBC News sagt Macklemore, Stadionbesitzer hätten ihn aus der Tour gedrängt. Sheeran sagt, der Konzertveranstalter Messina Touring Group habe die Entscheidung getroffen. Die Berichte enthalten keine Stellungnahme der Messina Touring Group.
Israel weist die Bezeichnung seines Militäreinsatzes in Gaza als Völkermord zurück. Laut Euronews sagen Amnesty International, Human Rights Watch und die Vereinten Nationen, dass Israels Vorgehen einen Völkermord darstellt.
Was die einzelnen Seiten sagen
- Macklemore sagt laut Euronews, er werde sich weiterhin äußern, und erklärt sich solidarisch mit den Palästinensern.
- Ed Sheeran sagt laut BBC News, er habe im Umgang mit den Folgen Fehler gemacht. Er bezeichnete den Konflikt als „eine humanitäre Frage“ und die Lage in Gaza als „ungerechtfertigt und unverhältnismäßig“.
- Robert Kraft, ein Milliardär und Stadionbesitzer, sagt laut BBC News, Macklemore habe Hassrede und antisemitische Rhetorik betrieben.
- Israel bezeichnet Völkermordvorwürfe als „verleumderisch“ und „verzerrt“. Es erklärt, seine Truppen handelten in Selbstverteidigung im Einklang mit dem Völkerrecht.
Hintergrund
Dem israelischen Einsatz in Gaza ging ein von der Hamas angeführter Angriff auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 voraus. Rund 1.200 Menschen wurden getötet, 251 wurden als Geiseln genommen. Das Gesundheitsministerium in Gaza meldet laut BBC News mehr als 70.000 Tote. Euronews gibt die Zahl mit mehr als 73.000 an. Die Vereinten Nationen halten die Zahlen des Ministeriums für verlässlich.
Analyse
Das Konzert in Dublin zeigt, dass Macklemores Ausschluss von einer großen Stadiontour ihn nicht daran gehindert hat, anderswo eine große Arena zu füllen. Der Vorfall wirft zudem offene Fragen darüber auf, wer entscheidet, was Künstler auf der Bühne sagen dürfen: der Künstler selbst, der Hauptact, Veranstalter oder Betreiber der Spielstätten. Die Berichte lassen zentrale Punkte offen, darunter die Darstellung des Veranstalters und die Höhe der eingenommenen Mittel. Die Termine in Paris und London könnten weitere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, doch ist unklar, ob sie neue Reaktionen von Kritikern, Spielstätten oder aus Sheerans Umfeld auslösen werden. Die Ansichten über den zugrunde liegenden Konflikt bleiben stark gespalten, und die Berichte spiegeln diese gegensätzlichen Positionen wider.
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